29. Januar 2020 Diskussion/Vortrag Rechte, rassistische Strukturen in den Berliner Ermittlungsbehörden?

Aktivist*innen und Betroffene von Naziterror diskutieren

Information

Veranstaltungsort

Pfefferberg | Haus 13
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin

Zeit

29.01.2020, 18:30 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Neonazismus / Rassismus, Stadt / Kommune / Region, NSU-Komplex

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Rechte, rassistische Strukturen in den Berliner Ermittlungsbehörden?
Rechte Strukturen in der Berliner Polizei? Die Initiative «Basta» demonstriert seit April 2019 jeden Donnerstag vor dem LKA in Berlin für die Aufklärung einer rechten Anschlagsserie in Neukölln Foto: RubyImages/F. Boillot

Rechte und rassistische Angriffe und Bedrohungen gehören zum Alltag vieler Menschen in Berlin. Was bedeutet es, wenn in Neukölln seit Jahren Anschläge verübt werden, aber kein einziger Ermittlungserfolg zu verzeichnen ist? Der Mord an Burak Bektaş, nur wenige Monate nach der Selbstenttarnung des NSU, ist bis heute nicht aufgeklärt. Berliner LKA-Beamte schicken sich Kurznachrichten u.a. mit dem Nazicode 88, ohne strafrechtliche Folgen.

Ein LKA-Beamter trifft sich in einer Kneipe in Rudow mit jemandem, der verdächtigt wird, an den Anschlägen in Neukölln beteiligt zu sein. Eine LKA-Beamtin gibt Adressen von linken Aktivist*innen weiter, die dann von einem Polizisten Drohbriefe erhalten. Das LKA steht aber auch in der Kritik, im Vorfeld des djihadistischen Anschlags auf dem Breitscheidplatz durch falsche politische Priorisierung im Zusammenspiel mit Inkompetenz,folgenschwere Fehlentscheidungen getroffen zu haben.

An die Öffentlichkeit gelangen solche Skandale nur, wenn Journalist*innen recherchieren – ohne tiefgreifende Konsequenzen. Selbst wenn ein leitender LKA-Beamter am 11. November 2019 im Inneausschuss zugeben muss, dass bezüglich der Anschläge in Neukölln «nicht immer optimal und fehlerfrei» gearbeitet wurde, bleiben die Forderungen von Betroffenen und Aktivist*innen nach Aufklärung und einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss unerhört.

Genug Gründe, miteinander zu diskutieren und die Forderungen von Aktivist*innen und Betroffenen zu unterstützen.

Gäste:

  • Georg Heil, Journalist
  • Ferat Koçak, Aktivist in Neukölln und Betroffener von rechtem Terror
  • Martina Renner, Mitglied des Bundestages für DIE LINKE
  • Helga Seyb, ReachOut und Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş
  • Moderation: Ferda Ataman, Journalistin

In Kooperation mit ReachOut und Pfefferwerk Stadtkultur

Veranstaltungslink auf facebook.

Standort

Kontakt

Friedrich Burschel

Referent Neonazismus und Strukturen / Ideologien der Ungleichwertigkeit, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310183